Budget 2027 sieht ein Minus von 1,4 Mio. Franken vor

21. September 2026
Der Stadtrat rechnet für das Jahr 2027 mit einem Defizit von 1,4 Mio. Franken. Steigende Aufwendungen sowie die gesunkene Steuerkraft belasten den städtischen Finanzhaushalt.

Der Stadtrat rechnet im Budget 2027 mit einem Defizit von rund 1,4 Mio. Franken. Die Einwohnerzahl von Adliswil wird im Jahr 2027 voraussichtlich auf 20’000 Personen steigen, was sich auch auf den Finanzhaushalt auswirkt. Die Aufwendungen der Stadt Adliswil steigen gegenüber dem Budget 2026 um 2,8 Prozent auf 164 Mio. Franken. Dieser Anstieg ist auch inflationsbereinigt überproportional. Insbesondere steigende Transferaufwände (Regionalverkehr, ambulante und stationäre Pflegefinanzierung, Krankenversicherung und Sonderschulung) sowie die demografische Entwicklung belasten die Erfolgsrechnung.

Im Budget 2027 werden Steuererträge von rund 99 Mio. Franken erwartet. Dies entspricht einer leichten Steigerung von knapp 1 Prozent gegenüber dem Vorjahresbudget. Der starke Rückgang der Steuererträge von juristischen Personen hat bei einem gleichzeitig unterdurchschnittlichen Wachstum der Steuern natürlicher Personen in den vergangenen Jahren zu einem strukturellen Defizit in der Jahresrechnung der Stadt Adliswil geführt. Der durchschnittliche Steuerertrag pro Einwohnerin und Einwohner ist so stark gesunken, dass Adliswil ab dem Jahr 2026 bedeutende Beiträge aus dem kantonalen Finanzausgleich erhält. Die gestiegenen Erträge aus Grundstückgewinnsteuern konnten die Folgen dieser Entwicklung bis anhin nur teilweise dämpfen.

Im Budget 2027 wird mit einem Beitrag aus dem kantonalen Finanzausgleich von 6,8 Mio. Franken gerechnet. Die Prognosen sehen in den nächsten Jahren keine deutliche Verbesserung vor. Der Stadtrat geht in seiner fünfjährigen Finanzplanung davon aus, dass die Erfolgsrechnung in den kommenden Jahren dank der Beiträge aus dem kantonalen Finanzausgleich ausgeglichen sein wird. Er beantragt deshalb dem Grossen Gemeinderat, den Steuerfuss unverändert bei 104 Prozent zu belassen.

Investitionsrechnung

Im Jahr 2027 sind Nettoinvestitionen von 10 Mio. Franken in die Infrastruktur des städtischen Verwaltungsvermögens vorgesehen. Dieser im Vergleich zu den Vorjahren tiefere Wert orientiert sich am erwarteten Cashflow. Ohne einmalig anfallende Mehrwertausgleichsbeiträge von 9,1 Mio. Franken würde dieser Wert entsprechend höher liegen.

Die Investitionen teilen sich in 6 Mio. Franken im steuerfinanzierten Haushalt und 4 Mio. Franken bei den gebührenfinanzierten Eigenwirtschaftsbetrieben auf. Im Bereich Abwasserbeseitigung ist für die Finanzierung der Investitionen eine Gebührenerhöhung von 25 Prozent eingeplant. Der vorgesehene Investitionsumfang kann mit dem generierten Cashflow von 11,9 Mio. Franken selbst finanziert werden. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 119 Prozent.

Finanzlage

Der Stadtrat prognostiziert, dass sich – unter der Annahme, dass die Stadt Adliswil in den kommenden Jahren eine zurückhaltende Ausgaben- und Investitionspolitik verfolgt – die Verschuldung der Stadt Adliswil stabilisieren wird. Ziel ist es, die im Vergleich mit anderen Städten hohe Nettoschuld, welche Ende 2025 80 Mio. Franken bzw. rund 4’000 Franken pro Einwohner betrug, mittelfristig deutlich zu senken. Das Eigenkapital wird per Ende 2027 rund 158 Mio. Franken betragen.

Für das laufende Rechnungsjahr 2026 wird insbesondere aufgrund der Beiträge aus dem kantonalen Finanzausgleich und höherer Einnahmen aus Grundstückgewinnsteuern mit einem Ertragsüberschuss von rund 3,8 Mio. Franken gerechnet. Die Jahresrechnung 2026 schliesst dadurch voraussichtlich besser ab als budgetiert.

Hier finden Sie den Finanz- und Aufgabenplan 2026 – 2030 sowie das Budget 2027 zum Herunterladen.

 

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